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Der Auftrag: Schreibt einen Text und lest dann den des anderen: z.B. über die Diskriminierung von Schwulen. Schreibt
auf, mit was man Tunten, Schwuchteln, Warme, Arschficker verbal fertigmacht. Achtet dabei nicht auf Zusammenhänge, benutzt eure Worte nur als Waffe, haltet euch an das wirkliche Leben. / Drei Bekannte schreiben also
auf: negative Beurteilungen über schwule Menschen. Schreibt ihnen Eigenschaften und Verhaltensweisen zu, die nicht notwendig tatsäch- lich gegeben sind. Sucht in der Weltliteratur nach gewissen Stellen. / Tauscht
die Texte untereinander aus, A gibt seinen an B, B seinen an C und C seinen an A. / Korrekt! Jetzt liest jeder, getrennt von den an- deren, den fremden Text unvorbereitet und aus dem Kontext gerissen, ins Mikrophon.
Daran denken, daß das letzte Wort eines Satzes nicht mitgelesen werden darf! / Die Schneide- und Mischarbeit: alle Versatz- stücke noch einmal rigoros schneiden / kappen, sie zusammenmi- schen und in Verbindung zu
Musik, Sound und Geräuschen setzen. / Sinnlosen Halbsätzen, auch wenn sie zerstört bleiben, ihre ursprüng- liche Bedeutung zurückgeben. / Benutze eine harte und die Schnellig- keit betonende Schnittechnik, um den
abwertenden Charakter der Aus- sage noch stärker herauszustellen. Vorurteile, Minderheitenhaß, üble Nachrede sollst du entlarvt kriegen als das, was sie wirklich sind: ver- bale Strategien, die kenntlich machen, wie
eine diskriminierte Gruppe in sozialer Distanz gehalten wird. / Die ausgewählten Passagen aus der Weltliteratur gibt dem 15jährigen Christian, der sie - ebenso unvor- bereitet - lesend zu verarbeiten hat. / Schaffe
kein Minderheitenmelo- dram, weil das einseitig wird. Produziere einen (hörbar gemachten) Spiegel, in dem sich jeder wiedererkennen kann, der mag. Oder auch nicht mag.
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