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»Der Hörer mag anfangs erschrocken aufspringen, doch die verzerrten Töne, als da einer nur den Wellensalat im Sinn
hat, haben Methode: Kunstrauschen ist angesagt. Bruchstücke aus Friedrich Schillers Tra- gödie 'Die Jungfrau von Orléans' (1801) verbinden sich mit Klangexpe- rimenten zu einer Hörbild-Collage, die latente Bedrohung
signalisiert: die alptraumhafte Reise in den 'deutschen Herbst' anno 1977, das Stichwort 'Mogadischu' fällt, beginnt. Ein düsteres Kapitel bundesdeut- scher Geschichte hat Karlheinz Barwasser grell gemalt: Fetzen
aus Bundestagsreden, Nachrichtensendungen, Hitlers Kriegserklärung vermischen sich mit dem Lärm von Straßenkämpfen und Flipperkugeln und verstümmeln bewußt den Schillerschen Blankvers; Louis Arm- strongs ‘What A
Wonderful World' und Mozarts 'Kleine Nachtmusik' werden ironisch gegenläufig eingesetzt. Summa summarum das pho- netische Sittengemälde einer hoffnungslos zerrissenen Zeit. Schillers poetische Maxime, 'immer nur die
allgemeine Situation, die Zeit und die Personen aus der Geschichte zu nehmen und alles übrige poetisch und frei zu erfinden', gerät hier seltsam verquer: Johanna scheitert, die RAF ist gescheitert. [...] O-Töne,
nebulös, denen die richtigen Worte fehlen, ein 'deutscher Herbst', der noch immer sprachlos macht. [...] Erfrischend der drama- turgische Kunstgriff, den Part der Jeanne d'Arc mit der 12jährigen Jean- nette Schmid
zu besetzen, die ihren Monolog hörbar verarbeiten muß.« Ronald Glomb, Volksblatt, Berlin
Jeanne de Jeannette du monde [Wo der Kampf beginnt]
Hörspielfarce nach Schillers Jungfrau von Orléans und Memorial an den Deutschen Herbst von Karlheinz Barwasser Rezitation: Jeannette Schmid (12) Tontechnik, Regie und Produktion: der Autor © 1988
Spieldauer: 51:49 Stereo
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