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Polierte Zeit, also Exkommunizierung: wo die Bedrohung nicht
greifbar ist, bleiben die Reaktionen irrational: hier steht die komplizierte Geschichte einer Aneignung. Nicht die Natur treibt zum Sündigen an: was der Kopf auszählt, lebt laut im Kleid, die
schwarzen Tiere. Gefesselt und trampelnder Duft, Hirnhunde.
Köln
Und trinken Sie eins mit, dabei geblinzelt, auch irgend eine
knappe Geste: in allem liegt eine seltene Rührung: angedeutete Ferkeleien, die nichts sagen, alles meinen. Am besten schmeckts noch morgens, irgendwie alle vereint (die da gemeint sind) und
ab mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit. Die Gewölbe lauern, von hier im Stern auf die Märkte: aber wenn du Heimat suchst, hau ab.
Hier hat jeder jeden liegen gesehn, immer eine Hand frei zum
Fassen des Pulsschlags, alles dem Erdhaften zugewandt: diagnostisch buntes Bild, verblüffend in der Verwirrung: verkäst die Herren, die Sackluden schlaflos. Wer geht, wird vom anderen verraten. Alle
Syntax klappert nach dem Keim: auch im Heimatverein sind die besten Happen schon weggeschnappt. Ja, Mannskälber für die Mast, geschwemmte Körper: macht einen drauf, laßt einen fahren!
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Der Wutausbruch der ganzen Welt: auch die letzten Tiegel bis
auf die Ränder ausgekratzt: pure Strafverbüßung, wo jeder nur das erwartet, was er kriegt (und winken noch der Seele Lust und Leiche). Lernäisches Gebiet: pestberittene Schweine: schwerste
Gewichte im Lächeln der Arschnähte. Trotz Betäubung: Quillen.
Manhattan
Fleischköder: aufgeschnittenes Siechen. Nachts rattert die
Kühlung, daß die Sarkome zum Hals hinauswachsen: leer ist der Kopf frei. Und nicht mehr als die Erklärung des großen Kunstkenners: denn Leiche als Bild heiße Kunst als Blöße, heiße
Rettung des Körpers und Raums in einer riskanten Zeitgestalt.
Dahinter im Fenster der Mensch, der sich erbricht, kreisend die Todesengel, Erbarmen ist Kunst (und Kunst Erbarmen?). Ganz
anteilheischend, klugscheißend: und nicht vergessen, hatte der Wärter in diesem Korkenzieher von Museum noch gesagt: am Abend freier Eintritt. Erst die Bildung gefressen und danach ein
paarmal mit dem Schädel gegen die Wand gerannt kann auch als ein Teil jener Ordnung erscheinen, die hier die einzige Sichtweise vorgibt: weit offen für eine kleine demonstrative Knechtung.
Tatort gereinigt, Aufklärung an die Wand: springen die Tiere mit sich um die Wette, das hört nicht auf: in Imitationen von einmal edlem Geschirr, von Leder, Gummi, mit Seemannsfratze. Applaus
der Kombinationstherapie: kalkweiße Notaufnahmen und eiskalte Reflexionen über die Kunst des Changierens: letzter Exkurs über Schaum und Saum. Im Schwindelgefühl der Gewißheit geht einer
vor dem anderen. Vulgarität der Seele, oben friert der Hudson.
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Treibgut, währenddessen sich Schnee durch die Stellung der Freiwilligen
frißt: auch müssen noch andere Theorien verkostet werden, denn so eine Stimmung fault schnell. Die Bäuche heben die Brust, die Körbe: in diesem
Klima kennt keine Ideologie eine Beschränkung, doch friert der Griff. Ein Schrei, worauf an der Strandpromenade alle Radios aufgedreht werden.
Zandvoort
Entsprechend ein Gedicht zwischendurch: falsches Futter, denn auch die Gerüchte haben Namen. Stumm in dieser oder jener Verbeugung: wo
schon ein simpler Reim ein Loch in die Decke wölbt. Kreidebleicher Don Quijote wirft Wörter in die See. Schon ist man ein Akt oder mehrere.
Am Strand halten die Damen Abstand: Pest und Cholera in der sandigen Fußspur, zumindest ein hartnäckiger Husten. Und die Freiheit, dieses
erfundene System mit Vorsatz niederzusaufen. Erregte Stimmen nach dem Dinner: im Abseits laufen die standesfürchtigen Ehemänner mit.
Beim Erwachen das Denken einfangen, das nachts abhanden kam: erster Versuch in den Dünen: zarter Allergiker, ritueller Bluterguß. Immer noch
Husten, so straft das Gewissen: wächst der dritte Arm für die Flasche.
In diesem kränkelnden Allerlei von ablaufenden Kausalketten wünscht der
Rezeptionist einen spannenden Endspurt: Gegenkräfte formen sich, virtuos wird getobt. Kalter Steg, wund gebissen. Gedichte lügen darüber weg.
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Warten, räumen: die Stationen wechseln: die Zunge leckt sich
selber: der verlängerte nasse Arm: es bleibt Bedauern, immer bleibt Bedauern: verkniffnes Maul, Genüster. Und wieder werden Epidemien zum Privateigentum (Märchen vom weggefressenen
Hals, fast guter Anfang): aus Gewöhnung jene Ordnung, die die Löcher schließt. Halbzeit. Düsenlärm, Gelutsche, nur Flickwerk.
Newark Airport
Und singen die Flugsteige durchs Fenster: Rollkommando, dabei der umgefallene Stuhl. Hemd, Hose und Gürtel im Paar, neues Gesicht aus Brooklyn. Zwei Finger, lächerlich. Der Schirm wie
überall als Ausrede: es könnte regnen. Fremdgeburt im Dreck- zimmer. Für die Reibung der Haut die Nylonsocken, sonst gekauter Dollarschein. Bewegung gestört, die Knochen im Eimer: eine starke
Dröhnung der versehrten Wahrnehmung. Jongliert mit einfältigem Rückblick: herangeholt, was noch geschehen muß. Greift über den Bettrand nach der eigenen Hand und lacht, wenn die Boeing vom
Himmel fällt. Gepackter Koffer, klatschnaß. Schwimmhaut jetzt.
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Es gluckert die fröhliche Gemeinde, vom Sargmacher bis zum
Steinmetz: Musikstakkatos, Harmonie: ein profitabler Markt schickt die letzte Tabutheorie unter den Tisch. Die Floristen binden sich
die Hände wund. Etwas Nebel in der Luft, ein Dutzend Mistkäfer zur Garnitur: steht vor der Auflösung der Kraftakt der Beherrschung.
München
Schnöde Dankgebete an die Gesinnungshure: so käuflich wie sie Herz ist: bei Neon, neu gespannte Gesichter: in seiner ganzen Not zeigt sich der Aufstand der materiellen Veränderung gegen die
historischen Bedingungen: fernerhin ein Geröll von geistiger Niederlage, nicht ein schuldiger Zuschauer, denn zwei Finger zur Faust. Auch die Freiheit zu stürzen: wo niemand ihn zwingt,
aufzustehen, darf er liegenbleiben. Es flaniert der Besen.
Herz genug: seimiger Zungenbelag: in der Nummer werden die Weißwürste gezuzelt, da geht das Radio mit: Oktoberfest im
Säbelregiment: nach jedem Tusch ein Elektroschock, bis auch der letzte Körper resistent ist, zum Hodenquetscher das Prost auf Herrn Ampère, Rettichwurzel zum Dessert: eingesegnet die
erlegte Gemse, nachgespült. Aus Tradition gehen die Lichter aus.
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Vor allem eins: das Mißverständnis, das in den begehrenswerten
Dingen liegt: Indizienstreuung für Ausdauer, beim Barte des Philosophen: gehört in jede Krankheitsgeschichte die poetische Gerechtigkeit. Wo die Krankheit, weil Verbrennung, das materielle
Gesetz des Lebens bedeutet, muß alles Leben in jeder Ausformung krank sein. Liegen dann die kranken Köpfe mit aufgerissenem Atem, als hörten sie noch zu, zwischen Beinen: als Ausgleich etc.
Zürich
Sonst die übliche Geometrie: am Mythenquai ist selbst die Nacht dunkler nie: müder Binnenreim auf eine knirschende Anatomie: fremde Mundart, Hochdruck: durch Mäntel zeichnen
sich Schenkel und Waden. Anhängend Haut und Gereimtes über die bewegte Hand und die versäumte Abstinenz. Atemreduktion.
Bündelschnürung: Verringerung des Lungenhubs: das allzeit
bereite Herz verbergen, damit nicht schon ein banger Blick zum Anschlag auf die Gewöhnlichkeit gerät: Distickstoffoxide, immer dezimierend. Selbst die Notwendigkeit, daß ein harmloser Vers sich
zum Knoten aus Gegenwehr knäult. Drossel, keine Feder gespuckt.
Rutscht vom Schwebebrett die Stadt in den See (nie ein Bild für ewig): vergebens gebetet, die Sakramente empfangen: und vor
allem reicht diese Sprache nicht aus, ein Signal für die beginnende Biographie zu setzen: autoerotischer Unfall nach euphorisiertem
Herz (Zollinhaltserklärung: Asphyxie, in Schräglage hochformatierter Hohlmuskel, deviant, kein Wunder), Verübungsform wie gehabt.
Dabei nur Gold gegen die Pissoirkacheln geschlagen: vulgäres
Sujet: Kraultiere, verbissen im Reim: formal das innere Sinngefüge klammernd. Und Heimgang dann. Aufgebügelte Hose. Sezierbesteck.
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Die Hinfälligkeit als Waffe im Kampf um Einmaligkeit: wo jedes
Bewegungsspiel, das zur Merkwürdigkeit tendieren könnte, in Sekundenbruchteilen absolviert sein muß, präzise auf das Zucken des einen oder anderen Muskels verkürzt: blank und
glatt, mit Distanz zur eigenen Wirklichkeit: leptosomes Geäst.
Havanna
Als müßte in dieser Trostlosigkeit sein Pilz aufgehen als ein Rasen: drin der Flammenbaum: herb, ohne Maßstab für die
Funktionsfähigkeit des Körpersystems. Jeder sitzt mit sich, als könnte dieser Abend der letzte sein: und wo man zu weit blickt, stört schon ein offenstehendes Fenster. Und reißt der
Sänger auch seine Lungen auf, um Luft zu sammeln für die Trauer, die ihn befallen hat: so ein Lied verhallt in einem Hohlraum. Der alte Mann und das Meer locken von Colón.
Falschester Ort: Antikörper und Abwehrstoffe, auch noch so eine blühende Ausstrahlung: die Gesundheit schlägt Wellen in Varadero und träumt sich die Insel ohne Ränder. Nur weiße
Flanellhosen tragen und wandern am Meer. Da bleibt eine Blutkruste. Sodann: kaltes Licht und Ventilator undsoweiter.
Auch Schleimhautläsionen. Die Bohnen zu schwarz, der Reis zu
schwer: was durch die Stadt zieht, verletzt nur: Hosen und Kleider gleich, kein Hintern, der erzählte, worum es wirklich geht. Darauf schreit die Zauberin: Ay vieja! Unmöglich, daß
Sie schon abreisen! Am Sonntag gehört Sissi vor den Spiegel.
Daß José Martí sich mit einem Sonett vergebe: mit schmutzigen Worten die saubere Kultur fertiggemacht: Libreta für die fällige
Uniform: kastrierte Substanz: jedes Gefühl hat seine Versfüße.
José Martí, kubanischer Dichter, 1853-1895
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Invalid montiert, so kultiviert die Sonderbarkeit: und Schwein im
Trotz: der Koffer unausgepackt, seit Tagen, nicht viel weiter als obenauf, schräg von hinten: drei schwarzgekleidete Knaben, über Turmzinnen in den Abgrund gebeugt. Geschissen Tunis. Verstaut in
Salbe und Wickel, Bruchband, Atemschutz: also dieses Foto und tiefer der schattige Boden: Magnesium, gepreßt: nichts gegen Mikroben und Metastasen, wo nur die Metaphern greifen. Doch
Melange der Erleuchtung: Schmierfink, genießbar. Südwärts ran.
Mahdia
(Das Band mit Stimmen, jener, die starben, jener, die verloren sind): so laufen die Geschichten daher. Das Licht muß schwach
sein, dann scheuerts die Kniekehlen, geladen, weniger zu Fleisches Diensten: als blieben die Gegenstände sprachlos, nur eimerweise Dampf: vollmedizinisch die Massage, geknetete Leiche. Wo blieb die
Katzenleber, die der Hotelkoch in die Pfanne warf? Er kleidet sich europäisch und kennt die Preise, nach Aufschnitt und Tee.
Nichts gehört, sie sterben wie die Fliegen, Deckel drauf: auch
unauffällig die Hand in der fremden Hosentasche, noch wenn die Luft zittert vom Schrei der Ziege, die man zwischen zwei Lastwagen spannte. Selten Zwiegespräche, nicht im kniehohen
Alphagras, zwei Herzschläge, Blut, Exkremente: bloß eine Gewehrsalve der Strandwache, ein Gewebeparasit. Flötenmusik.
Abends hinterrücks: sein Berber, der auf dem Friedhof nach
Knochen für den Hund gräbt: ein Zustand, ein zweiter, und spitz das Gelächter aus der Hotelküche: haarige Brust, das erledigt sich schnell. Gebackener Katzenmagen, paniert. Zwei Löcher in
Brust und Bauch, da liegt das Vieh, einer erbricht sich. Die Augen.
Und die Augen: Ikonen der Duldsamkeit auf dem Marktplatz vor der Schlachtung (unter dem »Platz, wo Feuer oder Licht ist« und
der Muezzin dem greisen Tonmeister flucht): Versehen trägt die Trauer, der Burnus unspezifische Körper- und Sinnesreaktionen.
Randfigur, geliebtes Objekt: nur der Kopf schützt nicht das
Begehren: auch die Katze beerdigt, und ewiges Leben durch heiße Eselsmilch, kalkuliert penetriert. Vermutlich Tier zuletzt.
Minarett, zu arab. manara, eigtl. »Platz, wo Feuer oder Licht ist«
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Zitternde Gerade, der Kopf paßt, weil schamlos beseelt. Abstrakte
Perspektive mit scharfer Munition, Duftmarken: sondiert, der Wirklichkeit weggeschnitten. Rippen und Wirbel, so tragende Worte, und Stirn gegen die Statik: jetzt das Buch aufgeklappt, die
uralten Legenden geholt: Sporn und Stange, denn Milchbart und Scheitel: Spurgelege. Und so könnte es sich laben, weil mit der Distanz zur Wirklichkeit (oder ohne? Jedenfalls: eigenbeschattet).
San Francisco
Aortenschnitt im gläsernen Aufzug des Fairmont, für die vielen flinken Eintagshelfer, genauso vielversprechend: gelandet auf dem Dorf, wo die
Chroniken längst geschrieben sind, hier am Rande des Wassers, wo noch was sein sollte: es verschwimmt der biographische Blick. Weil ein
Lederpolster, ein ungestopfter Riß: die allerwichtigsten Nichts verfolgen sich. Allein ein krudes Paradestehen wie das Streikkomitee von Pacific
Telephone: Jackhammer (play it rough or play it sweet) und guidemäßig India Bonita: ein Achselreißverschluß im Lufthansa-Piloten, hier dann
Ostleuchte mit hoffnungsvollem Sprachfehler (kommts darauf an: ja, meine Knaben!): feil geknöpft mit Eingrifflasche, rissige Fontanelle mit
Haarspray behandelt. Schreit aus jedem körperlichen Defekt dieselbe Schandtat: animalische Lieder lösen das heimliche Mantra auf den Lippen ab. Wo sonst gäbe man sich ganz ab (Mutationen deponiert
im Straßenriß, da wackelt erneut die Bühne), wo sonst Konfetti: ertrag dich voll, don't play it sweet. Heulender Wolf, das blankgelegte Biest.
Sehr wohl haben wir Seuchenlyrik, weil jedes Buch die Seuche ist, wo ganz Amerika die Seucheseuche ist: Howl and Other Poems, heute
chlorfrei gebleicht für Sechsdollarsechsundvierzig, weil, Wir sind der Bookstore und Ich bin die Tür, so sagt die Tür in dem Bookstore: und
weckt Ginsberg, der zeigt jedem im düsteren Keller die Geschichte der Blasphemie (siebzig Bände, von Moses bis Rushdie): ganz schlau der
Mund und weiter abwärts: unter Literaten stirbt man nicht schlecht.
Davor noch Schwärmen: in die tätige, tätliche Lebendigkeit: wo der
Graben sammelt: Zielscheiben für Rufmord: auch in Sauselito setzt die Kunst nur noch Überlebenszeichen: Lymphozyten an Perlhuhn und
anderer Getiermüll, pastellen und schnittlauchgespießt, für Medizin die Fensterbänke: Orange im Glas, ungespritzt. Aufs Rituelle gesetzt, jenes
Spiel mit Regeln und Regelverstößen: Inklusive dem cholerischen Zweizentnerschwein, das seinen Gin über Kehlkopfmikrofon bestellt.
Ganz spät, Haight-Ashbury, die einmal hellere Schicht: wieder die besten Köpfe einer Generation vom Wahn zerstört, hungrig hysterisch
nackt. In vollem Wichs vor rosa Türen: Spalten offen, ignorierte Male.
Frei zitiert: »Er sah die besten Köpfe seiner Generation vom Wahn zerstört,
hungrig hysterisch nackt« »I saw the best minds of my generation destroyed by madness, starving hysterical naked« Allen Ginsberg: »Howl«, City Lights Book, 1956 (»Ich bin die Tür«)
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Fristensetzung zuzeiten: wie das Buch der großen Momente: der
Auftritt als Verteidigung: metaphorisch transparenter Kern auf den letzten Seiten, suchtauslösend im moralischen Sinne. Drum Nullprävention: mit den zottigen Hunden, ganz pure biologische
Fakten: Quarantäne im Inselkreis: Ultrasonne, infiltrativ und florid und verreckt vor Lust an der Natur, diese Sommersülze.
Levanzo
Die Spritzer auf dem Spiegel: so sieht sich die Insel an von vorn (und im Rücken): mit gestängerter Pappziege, auch zwei gemürbte Esel im Pferch: es laufen die Endorphine über in dem
Glauben an die Ursprünge. Abends dann fette Pasta, an der sich der Glaube wieder verschleißt, Oliven, Wein und Büffelpisse.
Gar nicht schwer an der Schulter, Taschentuch trocken: so wie
die barfüßigen Sommernächte sind: ein Essigbad für zerstochne Füße. Vielleicht der von zehn Touristen, der mit dem Arsenal an Kortisonspritzen, jedenfalls das. Schwartenwangen, so genau
schaut hier keiner hin: glänzend, üppig doch: also Plustern geschenkt, das Gefieder sträubt sich umsonst. Auch daß die Felsen reden (transplantierte Zungen, weil in Palermo keiner
mehr spricht), auch das. Und sonst: Prärie, Schnepfendiele.
Nachgezeichnetes Diagramm, geschönte Leistungskurve: weil abends die Umgrenzung fällt: mit Betäubung der Gene: dazu den
Mond angelallt. Bis zum Morgen: da überzieht die Spinne ihren Falter mit einem frischgewobenen Leichentuch. Zeit eben, Gesetz.
Kein Käptn fährt hier vollmast ein, nur verlorene Schiffe, die
Brise, Sie wissen? Bloß sture Masturbation: endlich der Kopf ein Kaleidoskop, der Lungenrückstand Blüte. Seien die errogenen Zonen mit den Eidechsen. Dafür der Inselarzt: Friede, Schatten, ein
Aspirin. Vorgemerkt diese Tagebuchseite: ignorieren, weggedacht.
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Und Spucke: Züngeln in der Armkehle: ein tolldreister Küster und
andere Versager. Sprache dazu ist sehr beschränkend, sobald keiner mehr atmet, wird alles Bühne, ein großer Auftritt: schnell weg weg weggesoffen das Leben. Und selbstredend, sagt der
feine Herr (in diesem Bordell der Geschichte), waren Sie heute mein Gast. Ob man noch rauchen mag, ein bißchen dann sterben.
Wien
Schon die Luft wirft den Schatten voraus: Satin und Loden, der demütige Kreis: die besten Adressen vergeben, der Intendant ist tot, und der Mundharmonikaspieler verlor seine Hände. Sonst
ätherische Bedeutungsschwere: gepuderte Bizeps, schäbig, immer in Zwang, in Trieb, in Flucht: die vögeln offen die Pummerin und heimlich wachsen ihnen Rosen aus der Männerbrust. Bis ins
Alter fürchten sie sich: die Brieftasche umklammert, verlangt der gebißtragende Premierenarsch ein Unbedenklichkeitssiegel.
Fleischige Waden, aber Paillettentutu: nach Liliom durch sämtliche
Garderoben gejagt: jeder Bartstoppel beschert ihr einen verzwickten Traum. Ungetestet: immer repetiert sich Selbsterhaltung wie eine
defekte Schallplatte: silberne Löffel klauen, später abschlafen, einen nach dem anderen: und hier und da ein Medikament spendiert.
Ausgeschlafen, entgolten: Verklärungssucht gegen Wille, höchstens träumt es sich: die Ränder des Praters, da fiel einem ein Foto eines burgenländischen Storchenpaars aus dem Bauchkorsett. Schön
korrepetiert: ein, aus, drin und drauß: von der feudalen Hochzeit und dem verrotteten Ringelspiel: zwei Viertel Retrovir, dafür hat die
innereuropäische Todesschwadron die Stadtwolken blutig geritten.
Ich würde Sie gerne als Gegner haben, sagte einer, das schürt die
Bereitschaft: unter dem Bett lag ein Köter, deutscher Schäferhund.
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Intubiert: so her mit den geregelten Almosen: die Orte ein
Ort, heiterste Anarchie: Wind geschwind, gut Wetter. Nie nach Wohnrecht getrachtet, noch Name. Leerer Block, Koller.
Xalborn
Maul halten, wenn verstrickt: von abschwellender Gestalt die Stümper (lappe Schenkel, geschient auf Polster, sehr weiß und mager): das sind die letzten Etablisssements, Lebensretter öffnen
die Tür. Ausflüchte, ab da vorauseilend redlich, schwach aus dem Versäumnis. Als hätte der Abdecker nicht mitgemischt.
Das gibt sich nach zwei Vaterunser, vor allem wird geprahlt, vor
allen: ins Tischtuch, das bleibt. Geformt, der Stich: und kippen.
© Stora Verlag München Alle Rechte vorbehalten
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